Rote-Bete-Wein mit Hefe und Zitrusschale: Alkoholarm selbst machen

· von Sora Ito · 4 Min. Lesezeit

Rote-Bete-Wein mit Hefe und Zitrusschale: Alkoholarm selbst machen

Rote-Bete-Wein mit Backhefe und Zitrusschale ist so ein Ding, das man eher zufällig entdeckt: ein Rezept aus der Vorratskammer der Großmutter, das mit wenigen Handgriffen zu Hause nachgebaut werden kann. Gekochte Rote Bete, Zucker, Wasser, Backhefe und etwas Zitronen- oder Orangenschale reichen für Säure, Duft und eine Gärung, die man problemlos im Griff behält. Heraus kommt ein erdig-fruchtiger Tropfen mit überschaubarem Alkoholgehalt, meist zwischen 6 und 9 % vol., wie er in vielen europäischen Landküchen seit Generationen angesetzt wird.

Warum Rote Bete für Wein?

Rote Bete bringt von Natur aus Süße, eine satte Farbe und jede Menge Mineralstoffe mit, schmeckt dabei aber angenehm neutral. Genau das macht sie so vielseitig: Zitrus, Gewürze, andere Früchte, alles lässt sich problemlos hineinkombinieren. Anders als bei Traubenwein braucht es hier auch keine spezielle Weinhefe. Backhefe tut ihren Dienst völlig ausreichend, solange man ohnehin eher einen milden, leichten Trunk im Sinn hat und keinen hochprozentigen Wein.

Zutaten für ca. 4,5 Liter

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Rote Bete kochen

Die geschälten Würfel in Wasser weich kochen, das dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten, bis die Gabel mühelos durchsticht. Den Sud unbedingt auffangen, er ist die eigentliche Basis des Weins.

2. Zuckerlösung ansetzen

Den noch heißen Sud mit dem Zucker verrühren, bis sich alles restlos aufgelöst hat. Jetzt Zitrus- und Orangenschale dazugeben, wer mag auch den Ingwer. Danach alles auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, so um die 20 bis 24 °C. Das ist kein Detail, das man überspringen sollte: zu heiße Flüssigkeit tötet die Hefe sofort ab.

3. Hefe ansetzen

Die Backhefe in etwas lauwarmem Wasser (nicht über 38 °C) mit einer Prise Zucker aufwecken, bis sich nach rund 10 Minuten Schaum bildet. Erst dann in den abgekühlten Sud rühren.

4. Primäre Gärung

Alles in einen sauberen Gärbehälter mit Gärspund füllen, die Toastbrotscheibe oben aufschwimmen lassen (sie fängt Schaum und Trübstoffe recht zuverlässig ein) und 5 bis 7 Tage bei Zimmertemperatur gären lassen. Täglich kurz umrühren, nicht vergessen.

5. Umfüllen und Nachgärung

Nach einer Woche die Flüssigkeit durch ein feines Tuch oder einen Kaffeefilter abseihen und in ein frisches, sauberes Gärgefäß mit Gärspund umfüllen. Jetzt heißt es warten: weitere 3 bis 4 Wochen, bis keine Blasen mehr aufsteigen.

6. Abfüllen und Reifen

Den fertigen Wein in sterilisierte Flaschen abfüllen und mindestens 4 bis 6 Wochen kühl und dunkel lagern. Je geduldiger man hier ist, desto runder wird am Ende der Geschmack. Zwei, drei Monate sind oft schon ein spürbarer Unterschied.

Wie alkoholarm wird der Wein wirklich?

Mit Backhefe statt spezieller Weinhefe stoppt die Gärung meist von ganz allein, irgendwo zwischen 6 und 9 % vol. Der Grund: Backhefe verträgt einfach weniger Alkohol als Weinhefe und gibt früher auf. Wer es noch leichter mag, reduziert die Zuckermenge auf 700 bis 800 g, der Unterschied ist spürbar.

Häufige Fragen

Muss ich Weinhefe verwenden? Nein, Backhefe funktioniert für diese Art alkoholarmen Landwein ganz gut. Der Geschmack wird dadurch etwas brotiger und weniger “weinig”, als es mit echter Weinhefe der Fall wäre, aber das passt zum Charakter dieses Rezepts.

Warum Zitrusschale und nicht nur Saft? Die Schale enthält ätherische Öle, die dem Wein Frische und eine gewisse Tiefe verleihen, ohne ihn gleich sauer zu machen. Nur sollte möglichst wenig vom weißen Mark mit hineingeraten, sonst wird es schnell bitter.

Wie lange ist der Wein haltbar? Richtig abgefüllt und kühl gelagert hält er sich 6 bis 12 Monate. Da keinerlei Konservierungsstoffe zum Einsatz kommen, sollte man ihn besser innerhalb eines Jahres trinken statt ihn jahrelang im Keller zu vergessen.

Kann ich den Wein klären, wenn er trüb bleibt? Ja, problemlos. Etwas Bentonit hilft, oder man lagert ihn einfach länger kühl, dann setzt sich der Trub meist von selbst am Flaschenboden ab.

Fazit

Rote-Bete-Wein mit Backhefe und Zitrusschale ist ein unkompliziertes Einsteigerprojekt für alle, die mal alkoholarmen Landwein selbst ansetzen wollen. Es braucht nur wenige Zutaten, etwas Geduld und saubere Arbeit, mehr nicht. Und am Ende steht ein erdig-frischer Wein mit eigenem Charakter, ganz ohne teure Weinausrüstung im Keller.

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